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Eisen
Auch bekannt als Iron, Eisenbisglycinat, Eisensulfat
Spurenelement, das der Körper für den roten Blutfarbstoff braucht. Eisenmangel ist der häufigste Nährstoffmangel weltweit, vor allem bei Frauen mit Menstruation.
sportrelevantNebenwirkungsrisiko mittelBewertung als Entwurf · nicht fachlich geprüft
Eisen(II)-Salze wie Sulfat, Fumarat und Gluconat werden gut aufgenommen und sind die Standardformen. Eisenbisglycinat wird oft besser vertragen, sodass eine niedrigere Dosis reichen kann. Wichtiger als die Form sind Dosis und Abstand: Eisen jeden zweiten Tag wird in Studien besser aufgenommen als täglich.
Bioverfügbarkeit heißt: wie viel des eingenommenen Stoffs tatsächlich im Körper ankommt. Der Eisenanteil gibt an, wie viel des eigentlichen Wirkstoffs in der Verbindung steckt. Achte auf der Packung auf diese Menge, nicht auf das Gewicht der ganzen Verbindung.
Eisen(II)-sulfat
Bioverfügbarkeit gut
Eisenanteil ca. 20 % (getrocknet ca. 30 %)
Referenzform der meisten Studien und Leitlinien, sehr günstig. Verursacht häufig Magen-Darm-Beschwerden.
Empfehlung: Bewährte Standardform; bei Beschwerden jeden zweiten Tag einnehmen.
Eisen(II)-fumarat
Bioverfügbarkeit gut
Eisenanteil ca. 33 %
Viel Eisen pro Tablette, ähnlich gut aufgenommen wie Sulfat. Ähnliche Nebenwirkungen.
Empfehlung: Gute Standardform.
Eisen(II)-gluconat
Bioverfügbarkeit gut
Eisenanteil ca. 12 %
Gut aufgenommen, wenig Eisen pro Tablette. Bei gleicher Eisenmenge nicht besser verträglich.
Empfehlung: Gute Form, aber viele Tabletten nötig.
Eisenbisglycinat
Bioverfügbarkeit gut
Eisenanteil ca. 20 %
An Glycin gebunden. In Studien in der Schwangerschaft reichte eine niedrigere Dosis für ähnliche Blutwerte, mit weniger Magen-Darm-Beschwerden.
Blut & EisenstatusverbessertEntwurf · nicht fachlich geprüft
A · Effektstärke
61/100deutlich
0kleinmoderatdeutlich100
E 62 (MD 5,30, umgerechnet) · R 60 (Relevanz)
B · Evidenz
Moderat (GRADE)
67 Humanstudien · abgewertet wegen Risiko für Bias
Tägliches Eisen hebt den Hämoglobinwert im Mittel um etwa 5 g/l und senkt das Risiko für Blutarmut um rund 60 %. Am stärksten profitieren Frauen mit Eisenmangel. Der Nachteil sind häufigere Magen-Darm-Beschwerden.
HauptpopulationMenstruierende Frauen
MessgrößeHämoglobin im Blut, Anteil Personen mit Anämie
Relevante MindeständerungAnstieg um ca. 10 g/l gilt als Ansprechen auf eine Eisentherapie
Studienlage ansehen (1 Einträge)
Studie
Design
n
Effekt [95 %-KI]
Population
Quelle
Low MS et al. (2016): Daily iron supplementation for improving anaemia, iron status and health in menstruating women
Hämoglobin (g/l)
Systematischer Review, k = 67
8506
5,30 [4,14; 6,45] MD
Menstruierende Frauen von 12 bis 50 Jahren, mit und ohne Mangel
Houston BL et al. (2018): Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomised controlled trials
Selbst berichtete Müdigkeit (4 Studien, 714 Teilnehmende)
Metaanalyse, k = 18
1170
0,38 [0,23; 0,52] SMD
Erwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie, überwiegend Frauen
Ausdauerkein Effektnur bei Mangel untersuchtEntwurf · nicht fachlich geprüft
A · Effektstärke
11/100klein
0kleinmoderatdeutlich100
E 22 (SMD 0,11) · R 0 (Relevanz)
B · Evidenz
Niedrig (GRADE)
9 Humanstudien · abgewertet wegen Inkonsistenz, Unpräzision
Über alle Erwachsenen mit Eisenmangel ohne Anämie verbessert Eisen die maximale Sauerstoffaufnahme nicht messbar. Bei Ausdauersportlern mit Mangel deuten Studien auf einen Vorteil hin, die Ergebnisse sind aber widersprüchlich.
Widersprüche: Eine Metaanalyse nur mit Ausdauersportlern (Burden et al. 2015) fand eine moderate Verbesserung der VO₂max (g = 0,61). Die strengere Analyse randomisierter Studien (Houston et al. 2018) fand keinen Effekt.
HauptpopulationEisenmangel ohne Anämie
MessgrößeZeitfahren, Zeit bis zur Erschöpfung, VO₂max
Relevante Mindeständerungca. 1–2 % im Zeitfahren
Studienlage ansehen (2 Einträge)
Studie
Design
n
Effekt [95 %-KI]
Population
Quelle
Burden RJ et al. (2015): Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis
Houston BL et al. (2018): Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomised controlled trials
VO₂max (9 Studien, 235 Teilnehmende)
Metaanalyse, k = 18
1170
0,11 [−0,15; 0,37] SMD
Erwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie, überwiegend Frauen
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Dosierung
Menge
Zeitpunkt
Dauer
Zielgruppe
Form
60–120 mg elementares Eisen
morgens nüchtern oder mit einem Vitamin-C-haltigen Getränk; nicht zusammen mit Kaffee, Tee, Milch oder Calcium
meist etwa 3 Monate, Kontrolle der Blutwerte nach 4–8 Wochen
Erwachsene mit nachgewiesenem Eisenmangel, Dosis ärztlich festgelegt
–
keine Ergänzung empfohlen
–
–
Gesunde ohne nachgewiesenen Mangel: Eisen nur nach Laborwert (Ferritin) einnehmen
–
Risiken & Wechselwirkungen
ÜberdosierungDauerhafte Einnahme ohne Mangel kann zu Eisenüberladung führen und Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse schädigen.erhöht
Kinder & JugendlicheEisentabletten sind eine häufige Ursache schwerer Vergiftungen bei Kleinkindern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.erhöht
VorerkrankungenBei Hämochromatose, Thalassämie oder häufigen Bluttransfusionen nur ärztlich begleitet einnehmen.erhöht
WechselwirkungVermindert die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin), einigen Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone) und Levodopa. Calcium, Kaffee, Tee, Milch und Säureblocker hemmen die Eisenaufnahme. Etwa 2–4 Stunden Abstand halten.mittel
NebenwirkungVerstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und dunkler Stuhl. In der Cochrane-Analyse traten Magen-Darm-Beschwerden etwa doppelt so oft auf wie mit Placebo. Einnahme jeden zweiten Tag wird oft besser vertragen.gering
Bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.