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Magnesium

Auch bekannt als Mg, Magnesiumcitrat, Magnesiumglycinat, Magnesiumoxid, Magnesium-Bisglycinat

Mineralstoff für Muskeln, Nerven und Energiestoffwechsel. Wird oft gegen Wadenkrämpfe und für besseren Schlaf genommen.

sportrelevantNebenwirkungsrisiko geringDemodaten · nicht geprüftauch in: The Supplement Bible
Ernährung✓ Vegan✓ Vegetarisch✓ Pescetarisch✓ Halal

Steckbrief

Einordnung
Essenzieller Mineralstoff (Erdalkalimetall)
Natürliches Vorkommen
Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse
Typische Anwendung
Ausgleich eines Mangels, Wadenkrämpfe, Schlaf
Wirkmechanismus
Cofaktor für über 300 Enzyme, unter anderem für Energiestoffwechsel, Muskel- und Nervenfunktion.
Darreichungsformen
12 Formen im Vergleich ↓
Preis je wirksamer Tagesdosis
Keine geprüfte Preisquelle hinterlegt
Letzte wissenschaftliche Prüfung
Noch nicht geprüft

Formen im Vergleich

12 Formen
Unsere Empfehlung

Für die meisten Menschen sind Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat eine gute Wahl: Beide werden gut aufgenommen. Glycinat ist magenfreundlicher, Citrat günstiger, wirkt in höheren Dosen aber eher abführend. Magnesiumoxid enthält zwar viel Magnesium pro Tablette, wird aber schlechter aufgenommen und eignet sich eher, wenn eine abführende Wirkung gewünscht ist. Spezialformen wie Threonat, Taurat oder Orotat sind teuer, enthalten wenig Magnesium pro Kapsel, und ihre beworbenen Zusatzeffekte sind beim Menschen kaum belegt. Unabhängig von der Form: Einzeldosen über etwa 250 mg und eine Einnahme auf mehrere Portionen verteilt vertragen die meisten besser.

Bioverfügbarkeit heißt: wie viel des eingenommenen Stoffs tatsächlich im Körper ankommt. Der Magnesiumanteil gibt an, wie viel des eigentlichen Wirkstoffs in der Verbindung steckt. Achte auf der Packung auf diese Menge, nicht auf das Gewicht der ganzen Verbindung.

Magnesiumcitrat

Bioverfügbarkeit gut

Organisches Salz, gut löslich. Wird in Vergleichsstudien deutlich besser aufgenommen als Magnesiumoxid. In höheren Dosen abführend, weil es Wasser in den Darm zieht.

Empfehlung: Gute Standardform mit fairem Preis. Wer zu weichem Stuhl neigt, verteilt die Dosis oder wechselt zu Glycinat.

Magnesiumglycinat (Bisglycinat)

Bioverfügbarkeit gut

An die Aminosäure Glycin gebunden. Gut verträglich und kaum abführend. Wird oft abends für Entspannung und Schlaf empfohlen; dass es dafür besser wirkt als andere gut aufgenommene Formen, ist nicht belegt.

Empfehlung: Erste Wahl bei empfindlichem Magen oder wenn Citrat abführt.

Magnesiumchlorid

Bioverfügbarkeit gut

Sehr gut löslich und gut aufgenommen. Schmeckt bitter-salzig, daher meist in Kapseln. Als „Magnesiumöl“ auch zum Auftragen verkauft; eine nennenswerte Aufnahme über die Haut ist nicht belegt.

Empfehlung: Gute Alternative zu Citrat, zum Einnehmen statt zum Einreiben.

Magnesiumaspartat

Bioverfügbarkeit gut

Organisches Salz mit guter Aufnahme. In Deutschland in vielen Arzneimitteln enthalten, oft kombiniert mit Hydrochlorid.

Empfehlung: Solide Form, oft als Arzneimittel mit geprüfter Qualität erhältlich.

Magnesiummalat

Bioverfügbarkeit gut

An Äpfelsäure gebunden, gut löslich und gut verträglich. Wird bei Müdigkeit und Fibromyalgie beworben; dafür gibt es nur kleine Studien mit schwachen Ergebnissen.

Empfehlung: Gut verträgliche Option; der Aufpreis für beworbene Zusatzeffekte lohnt sich nicht.

Magnesium-L-Threonat

Bioverfügbarkeit unklar

Erhöhte im Tierversuch den Magnesiumspiegel im Gehirn. Wenige kleine Humanstudien zu Gedächtnis und Schlaf, teils vom Hersteller finanziert. Liefert pro Kapsel wenig Magnesium.

Empfehlung: Nur, wenn man gezielt die Kognitions-Studien ausprobieren will; zur Deckung des Magnesiumbedarfs ungeeignet und teuer.

Magnesiumtaurat

Bioverfügbarkeit unklar

Verbindung aus Magnesium und Taurin. Für Herz und Blutdruck beworben, die Daten stammen jedoch überwiegend aus Tierversuchen.

Empfehlung: Kein belegter Vorteil gegenüber Citrat oder Glycinat; Taurin lässt sich günstiger separat ergänzen.

Magnesiumorotat

Bioverfügbarkeit unklar

An Orotsäure gebunden. Wurde in einer Studie bei schwerer Herzinsuffizienz eingesetzt; für Gesunde fehlen Vergleichsdaten. Enthält sehr wenig Magnesium pro Tablette.

Empfehlung: Für die normale Ergänzung nicht nötig.

Magnesiumoxid

Bioverfügbarkeit gering

Viel Magnesium pro Tablette und sehr günstig, wird aber nur zu einem kleinen Teil aufgenommen. Wirkt stark abführend und wird auch gegen Sodbrennen und Verstopfung genutzt.

Empfehlung: Eher meiden, wenn der Magnesiumspiegel steigen soll. Sinnvoll, wenn eine abführende Wirkung erwünscht ist.

Magnesiumsulfat

Bioverfügbarkeit gering

Bekannt als Bittersalz. Eingenommen vor allem ein starkes Abführmittel; im Krankenhaus wird es als Infusion gegeben. Als Badesalz wird kaum Magnesium über die Haut aufgenommen.

Empfehlung: Nicht zur täglichen Ergänzung geeignet.

Magnesiumlactat

Bioverfügbarkeit gut

Organisches Salz der Milchsäure, gut löslich. Es gibt nur wenige direkte Vergleichsstudien mit anderen Formen.

Empfehlung: Gute Alternative zu Citrat.

Magnesiumascorbat

Bioverfügbarkeit unklar

Verbindung aus Magnesium und Vitamin C. Liefert wenig Magnesium pro Gramm, kaum eigene Studien.

Empfehlung: Kein belegter Vorteil.

Anteile sind Richtwerte und hängen etwa davon ab, ob eine Verbindung wasserfrei oder wasserhaltig ist. Studien zur Bioverfügbarkeit auf PubMed

Wirkungen

2 Bewertungen, sortiert nach Evidenz

Blutdruck

Herz & StoffwechselverbessertDemo
A · Effektstärke
24/100klein
0kleinmoderatdeutlich100
E 33 (SMD 0,18) · R 14 (Relevanz)
B · Evidenz
Moderat (GRADE)
34 Humanstudien · abgewertet wegen Inkonsistenz

Senkt den Blutdruck leicht um etwa 2 mmHg; deutlicher bei Bluthochdruck oder Mangel.

HauptpopulationGemischt, teils Bluthochdruck
MessgrößePraxismessung, 24-Stunden-Messung
Relevante Mindeständerungca. 2–5 mmHg systolisch
Studienlage ansehen (5 Einträge)
−0,50,00,51,0Demo-RCT 3 · n=81Demo-RCT 4 · n=48Demo-RCT 1 · n=52Demo-Crossover 2 · n=102Gepoolt, k = 34← spricht für Placebospricht für Magnesium →
StudieDesignnEffekt [95 %-KI]PopulationQuelle
Demo-RCT 3: Magnesium und Blutdruck (2014)
Praxismessung
RCT810,07 [−0,37; 0,50] SMDGemischt, teils BluthochdruckDemo
Demo-RCT 4: Magnesium und Blutdruck (2015)
Praxismessung
RCT480,09 [−0,48; 0,65] SMDGemischt, teils BluthochdruckDemo
Demo-RCT 1: Magnesium und Blutdruck (2016)
Praxismessung
RCT520,05 [−0,49; 0,60] SMDGemischt, teils BluthochdruckDemo
Demo-Crossover 2: Magnesium und Blutdruck (2025)
Praxismessung
Crossover-RCT1020,28 [−0,10; 0,67] SMDGemischt, teils BluthochdruckDemo
Demo-Metaanalyse: Magnesium und Blutdruck (2025)
Praxismessung
Metaanalyse, k = 34–0,18 [0,06; 0,30] SMDGemischt, teils BluthochdruckDemo

Schlafqualität

SchlafverbessertDemo
A · Effektstärke
21/100klein
0kleinmoderatdeutlich100
E 33 (SMD 0,18) · R 8 (Relevanz)
B · Evidenz
Sehr niedrig (GRADE)
5 Humanstudien · abgewertet wegen Risiko für Bias, Inkonsistenz, Unpräzision

Wenige kleine Studien, überwiegend mit älteren Menschen. Ein Effekt ist möglich, aber unsicher.

HauptpopulationÄltere, teils mit Schlafproblemen
MessgrößePSQI, Gesamtschlafdauer, Schlafeffizienz
Relevante MindeständerungPSQI ca. 3 Punkte
Studienlage ansehen (5 Einträge)
−0,50,00,51,0Demo-RCT 1 · n=94Demo-Crossover 2 · n=37Demo-RCT 4 · n=90Demo-RCT 3 · n=54Gepoolt, k = 5← spricht für Placebospricht für Magnesium →
StudieDesignnEffekt [95 %-KI]PopulationQuelle
Demo-RCT 1: Magnesium und Schlafqualität (2014)
PSQI
RCT940,11 [−0,29; 0,52] SMDÄltere, teils mit SchlafproblemenDemo
Demo-Crossover 2: Magnesium und Schlafqualität (2021)
PSQI
Crossover-RCT37−0,05 [−0,70; 0,59] SMDÄltere, teils mit SchlafproblemenDemo
Demo-RCT 4: Magnesium und Schlafqualität (2023)
PSQI
RCT900,11 [−0,31; 0,52] SMDÄltere, teils mit SchlafproblemenDemo
Demo-RCT 3: Magnesium und Schlafqualität (2025)
PSQI
RCT540,39 [−0,14; 0,93] SMDÄltere, teils mit SchlafproblemenDemo
Demo-Metaanalyse: Magnesium und Schlafqualität (2025)
PSQI
Metaanalyse, k = 5–0,18 [−0,12; 0,48] SMDÄltere, teils mit SchlafproblemenDemo

Weitere Studien auf PubMed

Metaanalysen, Reviews und RCTs am Menschen

Automatisch aus PubMed geladen und nach Relevanz sortiert. Diese Liste ist noch keine Bewertung: Sie zeigt, was erforscht wurde, nicht ob es wirkt.

Dosierung

MengeZeitpunktDauerZielgruppeForm
100–250 mg pro Tag zusätzlichabends oder auf zwei Portionen verteiltdauerhaft möglichErwachsene (BfR-Höchstmenge für Ergänzungen: 250 mg)Citrat

Risiken & Wechselwirkungen

  • VorerkrankungenBei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich Magnesium im Körper anreichern.erhöht
  • WechselwirkungVermindert die Aufnahme einiger Antibiotika und Osteoporose-Mittel. 2–3 Stunden Abstand halten.mittel
  • NebenwirkungDurchfall, vor allem bei Magnesiumoxid und hohen Einzeldosen.gering

Bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.